Bobcatsss 2009

Porto, Portugal BOBCATSSS 2009Endlich ist es wieder so weit. Dieses Jahr findet Bobcatsss in der zweitgrößten Stadt Portugals, Porto, statt und einige Studenten von uns nehmen daran Teil. Hier werden Sie über die aktuellen Themen, Workshops und Ereignisse rund um Bobcatsss 2009 informiert. Es werden täglich Berichte verfasst, die in diesem Blog erscheinen und zur regen Diskussion freistehen.

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21 Antworten to “Bobcatsss 2009”

  1. Alexander Mehwald Says:

    Keynote Speeches 1. Tag:

    (Keynote Speech: to set the underlying tone and summarize the core message or most important revelation of the event)

    1. Tom Wilson: „Thinking about the future“ – Di. 28.01.2009

    In seinem Vortrag erinnert uns Wilson an die Schwierigkeit die Zukunft vorrauszusagen. Er spricht vom Netz der sozialen, politischen, oekonomischen und oekologischen Kraefte die auf unsere Welt wirken und erklaert das sich Bibliotheken genau in dessen Mitte befinden.
    Aus der dadurch erzeugten Zukunftsunsicherheit folgert er, das Bibliotheken ihren Nutzen und ihre Effektivitaet neu beweisen muessen.
    Er weisst auf die Verhaltensaenderungen hin, die durch neue Technologien hervorgerufen werden. Als Beispiel zitiert er die britische ChildWise Studie in der von einer Generation die „Stift und Papier zuruecklaesst“ gesprochen wird. Er praegt den Begriff des „Hyperconnected“ – einer wachsenden Gruppe von Menschen, die ihr privates und berufliches Umfeld und Leben durch die Nutzung von Technologien (u.a. social networks) vermischen.
    In seinem Schlusswort mahnt er die anwesenden Bibliothekare: „…if what the hyperconnected need is not availiable digitally they will do without or with whats availiable…“

  2. Alexander Mehwald Says:

    2. Kimaro Tuomion: „Cognitive authority and web 2.0“ – Di. 28.01.2009

    Tuomion teilt seinen Vortrag in 2 Teile: in eine „Geschichte und Zukunft der Teilname/Mitarbeit“ und „Kognitive Autoritaet und Tests derselben in einer Web2.0-Umgebung“.
    Zum ersten Teil kann der Autor nur in Demut anmerken das es ihm unmoeglich ist, die vom Vortragenden vollzogene, elegante Verknuepfung von Punk Rock, Krieg der Sterne und Bibliotheksarbeit wiederzugeben, ohne sich der Laecherlichkeit preiszugeben. In der Essenz sorgt nach Meinung des Vortragenden die Demokratisierung der Medien fuer Probleme. Dafuer wird Andrew Keen aus seinem „Cult of the Amateur“ zitiert: „…we will have no choice but to read everything with a sceptical eye“.
    Der zweite Abschnitt des Vortrags beginnt mit einem Hinweis auf Wilsons (1983) Definition des Begriffs „cognitive authority“(kurz: CA). Danach ist CA immer eine Beziehung zwischen mindestens 2 Personen. Der Vortragende geht dann dazu ueber einen Test fuer die CA eines Textes vorzustellen. (Kennt man den Autor? Kennt man den Verlag? Welches Format hat der Text? Ist der Inhalt plausibel?)
    Als Beispiel fuer Quellen zweifelhafter CA fuehrt er Wikipedia und RSS-Feeds an. Zur Loesung dieses Problems praegt er den Begriff der Soziotechnischen Filterung. Dazu gehoeren Social Bookmarks, Suchmaschinen und Spamfilter.
    Der Vortrag schliesst mit den Worten: „The force is still with us“

  3. Alexander Mehwald Says:

    3. Fernanda Ribeiro : Information Science: from disciplinary unity to the diversity of the profession

    Sie stellt eingangs fest das es kein klares Verstaendnis von den Informationswissenschaften als Studienfeld gibt. Daraufhin gibt sie einen Ueberblick der Entwicklung der IW aus der Dokumentation. Anschliessend werden einige Definitionen zum Informationsbegriff vorgelesen.
    Sie stellt die Frage warum es keine soziale Anerkennung fuer Informationsspezialisten und deren Ausbildung gibt. Als Beispiele fuehrt sie Aerzte und Rechtsanwaelte an die, egal welche Spezialisierung sie waehlen, immer als Arzt oder Rechtsanwalt anerkannt werden. Bei Informationsspezialisten ist dies ihrer Meinung nach nicht der Fall. Als Loesung dieses „Problems“ fordert sie u.a. eine gemeinsame Grundausbildung fuer Informationsspezialisten die dann durch die jeweilige Spezialisierung nur erweitert wird.

  4. Stefan, Matze, Määtz, Claudi und Anne Says:

    Vor einer halben Stunde endete der interessante Workshop „Is there a life after Second Life?“ von unseren Bekannten aus Groningen.
    Es wurden mehrere Virtuelle Welten vorgestellt, von Second Life über World of Warcraft bis zu Photosynth. Das Auditorium konnte eigene Erfahrungen einbringen. Auf die Frage, ob man die „Realitäts-Pille“ oder die „virtuelle“ wählt war einstimmig die Realität der Sieger, obwohl die beiden Welten immer weiter miteinander verschmelzen.
    Bei dem abschließenden Quiz gingen die 2 Flaschen Wein, die zu gewinnen waren, nach Potsdam!

  5. Marcel Busch, Kevin Oehme Says:

    Blog zur Veranstaltung “Session 3: Multiculturality”
    Synnove Ulvik:
    “Why does the library collect immigrants´ memories? A study of a multicultural memory group at a public library in Oslo”

    Abstract:

    “The paper contents a presentation of the work of a multicultural memory group at the Torshov branch of Oslo public library, the reasons why the library initiated this work, and the expectations connected to the results. The memory group is part of a larger project at Oslo University College, Department of Journalism, Library and Information Science, PLACE, aiming at investigating the library as a physical meeting place.”

    Eine oeffentliche Bibliothek in Oslo lud Immigranten aus zehn verschiedenen Laendern ein, um ihre Erinnerungen an die eigene Heimat zusammenzutragen. Die Teilnehmer dieser “Memory Group” kamen zunaechst alle 2 Wochen zusammen. Allerdings war von Treffen zu Treffen ein erheblicher Teilnehmerschwund zu beklagen.

    Die Veranstalter fragten sich, weshalb so viele Teilnehmer das Interesse an dieser “Memory Group” verloren und wie es moeglich sei, neue Teilnehmer zu finden und diese laengerfristig an das Projekt zu binden. Im Zuge dessen wurde erkannt, dass die Distanz zwischen den Veranstaltern und den Teilnehmern zu gross war und somit eher ein Lehrer/Schueler Verhaeltnis entstand.

    Als Loesung wurde das sogenannte „PLACE Project“ als Zusammenarbeit zwischen der oeffentlichen Bibliothek Torshov und der Universitaet Oslo, ins Leben gerufen.

    Synnove Ulvik beschrieb das Projekt in ihrer Praesentation wie folgt:

    „The PLACE project aims at investigating the possibility of developing public libraries in
    multicultural local communities into arenas that can function as meeting places in the community. We consider the public library as a public space, and a place not only where information, knowledge and culture can be found and distributed. It is also a physical meeting place in a society, where the number of arenas for meeting other people in an informal way, are decreasing.”

    Durch die Sitzungen mit den Probanden wurden alte Erinnerungen wiederbelebt und untereinander ausgetauscht, um eine Isolation zu verhindern, die Menschen zu integrieren und sie zum Nachdenken anzuregen. Der Schwerpunkt der Arbeit lag hierbei mehr auf dem Teilen der Erinnerungen, als auf dem Sammeln. Als Beispiele fuer Aktivitaeten seien gemeinsames Kochen, Singen sowie Literatur- und Internetgruppen zu nennen.

    Als derzeitige Ergebnisse des immer noch laufenden Projektes sind die Etablierung der Torshov Bibliothek als Treffpunkt einer multikulturellen Gesellschaft, sowie das stetig wachsende Vertrauen der Teilnehmer gegenueber den Projektleitern.

    Das noch zu erreichende Ziel formulierte Ulvik folgendermassen:
    “We wish to use memories from the past to achieve good cooperation in the present.”

    Jessica Euler, Sebastian Wilke:

    “Diversity Management as a Key Challenge to the Library in the
    Multicultural Society”

    Abstract:

    “Libraries are strongly concerned with intercultural issues. They can play an active role as a social meeting place. Multifaceted activities and services provide groups of different ethnical backgrounds with possibilities to enjoy their cultural heritage as well as to cultivate their mothertongue. Libraries facilitate learning the language of the new country and thus gaining access to the new society and participation in its cultural live. The challenge is how to create and promote library services caring for the special needs described above. For this reason, a student-initiated anthology was published as the latest part of a book series realized at the
    Institute of Library and Information Science at Humboldt University, Berlin. ”Bridges for Babylon” offers different approaches to the subject of the intercultural library.
    On this basement diversity management seems to be the key to successful multicultural library work. Only a general intercultural sensitivity throughout the library staff and a self-evident handling of the given diversity enable further activities.”

    Multikultureller Dialog wird in unserer globalen Welt immer wichtiger. Bibliotheken spielen hierbei als soziale Treffpunkte eine aktive Rolle. Diese neuen Entwicklungen erfordern einen speziellen Umgang. Aus diesem Grund entschieden sich die Studenten der Humboldt-Universitaet Berlin dazu, ein Projekt ins Leben zu rufen, welches mit Veroeffentlichung des Buches “Bruecken nach Babylon” begann. Auch nach der Veroeffentlichung des Buches arbeiten neue Studenten weiterhin an diesem Projekt, wie der Vortrag der beiden Studenten in Porto zeigte.

    Damit Bibliotheken die geforderte Rolle uebernehmen koennten, muessten zunaechst einige Voraussetzungen geschaffen werden. Durch z.B. mehrsprachiges Lesen koennten Bibliotheken dazu beitragen, Sprachkenntnisse der Bevoelkerung zu verbessern. Weiterhin muesste das Personal vielerlei Sprachkenntnisse und Hintergrundwissen zu verschiedenen Kulturen besitzen.

    Es muessen Netzwerke zwischen den oeffentlichen Bibliotheken, auslaendischen Instituten und den wichtigen Entscheidungstraegern entstehen, um effektiv zusammenarbeiten zu koennen.

    Es gibt bereits einige kreative Projekte in oeffentlichen Bibliotheken. Die Einrichtungen erkennen den Wert, neue Zielgruppen erschliessen zu koennen und Menschen verscheidener Kulturen miteinander zu verbinden.

    International zu Denken, heisst auch, Interkulturell zu Denken. Dieses Projekt bietet jungen Fachkraeften, Studenten und Bibliotheksnutzern die Moeglichkeit, die Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema zu lenken und sich damit auseinaderzusetzen. Viele Buerger mit multikulturellem Hintergrund haben noch nie eine Bibliothek betreten, deshalb benoetigen sie Hilfe. Dieses Buch liefert den Bibliotheksmitarbeitern Konzepte und Tipps fuer die multikulturelle Bibliotheksarbeit.

    Joseph J. Lenkart:

    Information Literacy and International Students: cultural barriers and language preferences

    Abstract:

    “ Even with the prevalence of a global culture, cultural and language barriers continue to present challenges for information professionals. Furthermore, international students are increasingly turning to library instruction classes for discovering library programs and resources. With the presence of cultural and language barriers, information literacy initiatives are forced to address the disparity in cultural displacement. The inclusion of language preferences in library instruction classes and information literacy initiatives would benefit international students and information professionals. The paper demonstrates that language and cultural barriers hinder international students from fully experiencing a library and its resources. Furthermore, this paper shows that limited exposure to library resources affects international students negatively by limiting their participation in the academic discourse. With a review of relevant literature, this paper calls for the inclusion of language preferences in information literacy initiatives and instruction classes. Moreover, the paper calls for a review of training methodology for information professional to addresses the concerns of international students.”

    Internationale Studenten und internationale Studiengaenge werden immer wichtiger. Leider entstehen hierdurch auch Sprachbarrieren, deren Ueberwindung in Angriff genommen werden muss.

    Loesung hierfuer koennten z.B. Bibliotheksfuehrungen, Anleitungen und weiterfuehrende Erlauterungen zu bestimmten Themengebieten sein.

    Das Problem wurde im Vortrag folgendermassen dargestellt:

    “Information literacy demands a new way of thinking about learning and teaching that may be in conflict with cultural standards and expectations about the roles of students and educators.”

    Vorhandene Sprachbarrieren muessen ueberwunden werden. Fachkraefte sollten auf Sprachprobleme vorbereitet werden. Dies kann durch Sprachkurse sowie durch Einstellungen von multilingual gebildetem Personal geschehen.

    An dieser Stelle sollte erwaehnt werden, dass dem Referat aufgrund einer fehlenden visuellen Unterstuetzung nur sehr schwer zu folgen war. Die durch den Refereten gezogenen Schluesse und Konzepte waren daher auch kaum verstaendlich und wirkten eher verwirrend. Der Referent gab den Inhalt lediglich eins zu eins aus seinem Skript wieder. Um den Inhalt des Referates einigermassen zu erfassen, musste man das Skript (siehe Bobcattsss CD-ROM) nachtraeglich durcharbeiten.
    Die ersten beiden Vortraege waren gut und verstaendlich und wurden durch gut gestaltete Folien optimal unterstuetzt. Lediglich der letzte Beitrag wies erhebliche Maengel in der Praesentation auf, da eine visuelle Unterstuetzung nicht vorhanden war.

  6. Alexander Mehwald Says:

    Session 4: Ana Noco : The Value of Collaborative Work: who, how, why

    Ana Novos Vortrag basiert auf Interviews die sie mit 20 Lehrern (die nebenbei als Schulbibliothekar arbeiten) gefuehrt hat. Alle 20 halten die Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Schulbibliothekar fuer einen wesentlichen Faktor in Bezug auf die Lernerfolge der Schueler. Trotzdem findet eine solche Zusammenarbeit kaum statt. Grund dafuer sollen die Charakteristika des Lehrerberufs sein: Lehrer arbeiten alleine, sind auch alleine fuer ihre Klasse verantwortlich, muessen alleine Entscheidungen fuer ihre Schueler treffen. Darum ist es offensichtlich schwer sie zur Kooperation zu bewegen.
    Als Loesung schlaegt Frau Novos vor, den Posten des Schulbibliothekars in eine Vollzeit-Beschaeftigung zu ueberfuehren. Damit koennte sich der entsprechende Lehrer komplett auf die Bibliotheksarbeit konzentrieren was seine Akzeptanz im Lehrkoerper erhoehen koennte und damit die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Bibliothek foerdern.

  7. Alexander Mehwald Says:

    Session 4: Marlies Bauhofer / Claudia Grzonka: Development of Training Courses in Information Literacy with regard to the Librarian 2.0 – Learning and Understanding Theories, Methods and Marketing Strategies

    Bauhofer und Grzonka praesentieren Methoden um Kurse zur Verbesserung der Informartionskompetenz didaktisch aufzubessern bzw. durch Marketing auf deren Existenz hinzuweisen. Es werden 3 Beispiele fuer die Arbeit der Studentengruppe aus Stuttgart vorgestellt. Es wurde unter anderem die Erkenntnis gewonnen, das Studenten durch Gabe von Suesswaren zu motivieren sind. Uebertriebenes Marketing hingegen scheint Studenten zu stoeren und ist darum wenig effektiv. Deshalb (und um das Budget zu schonen) ist es sinnvoll weniger, dafuer aber aufeinander abgestimmte Marketingwerkzeuge einzusetzen.

  8. Alexander Mehwald Says:

    Session 4: Marz Anne Hansen / James Thall : High Touch Library Services: Reaching Faculty and Students across Campus through Liaisonships

    Dieser Vortrag, gehalten ohne ablenkende Powerpoint-Folien, beschaeftigt sich mit dem Konzept der Verbindungsarbeit zwischen Universitaetsbibliotheken und den zur Universitaet gehoerigen Fakultaeten.
    Ein wichtiger Teil dieser Arbeit ist u.a. die Beteiligung der Fakultaeten am Bestandsaufbau. Dadurch wird garantiert dass man den hoechstmoeglichen Geldwert fuer den bestand erhaelt da man a) nur anschafft was gebraucht wird und b) die Anschaffung dann auch tatsaechlich genutzt wird. Verbindungsarbeit kann, wenn sich der damit betraute Bibliothekar als Botschafter seiner Bibliothek sieht, den Rueckhalt der Bibliothek in den Fakultaeten erhoehen. Zum Beweis ihrer These stellen die Vortragenden eine Umfrage vor, die an von den Vortragenden ausgewaehlte Fakultaeten verschickt wurde. Leider waren die Vortragenden nicht in der Lage die Frage nach dem „return of investment“ zu beantworten. („Wenn man 30k $ Gehalt fuer einen Liaison-Worker ausgibt und nur 20k $ an zusaetzlichen Mitteln bekommt – lohnt sich dann die Investition?“)

  9. Katharina Says:

    Session 1: The fall and rise of the physical library

    In der ersten Praesentation beschreiben die beiden Redner aus Daenemark die Hintergruende fuer das neuerwachte Interesse an der physischen Bibliothek und die neuen Trends.
    Als neue Bibliotheken definieren sie, im Gegensatz zu den „Wissenstempeln“ von einst, Raeume, in denen man sich treffen kann, unter den Schlagworten „Wissen, Information, Erfahrung, Kommunikation, Lernen“ und dem Slogan „Von Sammlung zu Verbindung“ (from collection to connection).
    Die Bibliothek soll also ein „intelligenter Raum“ sein, in dem die Nutzer Zugriff auf physische und digitale Informationen haben.
    In der Wissensgesellschaft, fassen die Redner zusammen, gibt es die Chance die physische Bibliothek zu erneuen und neu zu definieren.

    Weitere Informationen: http://www.librarybuildings.info

  10. Katharina Says:

    Predictions for the future of work

    Linda Ashcroft beschreibt in ihrem Vortrag die Veraenderungen, mit denen Information Professionals in jetzt und in Zukunft umgehen muessen.
    Hauptsaechlich durch den technologischen Wandel, aber auch die Informationsflut und die neuen Zugriffsmoeglichkeiten auf Informationen, aendern sich die Berufsbilder zu „knowledge and wisdom management“, wobei laut Fr. Ashcroft der Raum (z.B. die Bibliothek) nicht obsolet ist.
    Die oeffentliche Bibliothek sieht sie aus ein Gemeinschaftszentrum und als soziale Umgebung.
    Der Information Professional muss in Zukunft noch mehr Managementaufgaben uebernehmen, Kooperationen eingehen, kreativ und flexibel sein.

  11. Ulf Preuss Says:

    Workshop – Looking at the future: Trends and scenarios and the impact on information professionals

    Ilse de Boer, Niek Hummel, Chen Kuang Chich, Jorge Palanca Montero und Yvette Peters ( School of Communication and Media Hanze University Groningen, University of Applied Sciences )

    Der Workshop konzentrierte sich auf die Frage wie technologische Veränderungen das Arbeitsumfeld der Informationswissenschaftler beeinflussen werden. Nach einer kurzen Einführung in das Thema wurden fünf Technologien und Entwicklungen, Prosumer, Social Networks, QR-Codes, RFID und die Creative Commons License, vorgestellt. Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, in kleinen Gruppen, das Potential der Entwicklungen zu diskutieren. So entstanden unterschiedliche Visionen über die Entwicklung der nächsten 10 Jahre. Den QR-Codes, komplexe Barcode verwandte Informationscodierungen, wurde ein nur begrenztes Einsatzfeld eingeräumt. Sie sind zwar kostenfrei zu generieren, allerdings benötigt man Softwaretools zu Generierung, ein Mobilphone inkl. Photofunktion und Internetzugang etc. um die codierten Daten verwerten zu können. In Japan sollen diese Codes der momentane „Renner“ sein, europäische Nutzer sind dagegen nicht so schnell für solche „Umwege“ der Informationsgewinnung zu begeistern. Im Falle der Creative Commons License wurde durchaus kritisch auf die sehr differentierten Wege der individuellen Vergabe von Nutzungsrechten am eigenen geistigen Eigentum hingewiesen. Eine der denkbaren Resultate der CCL Verwendung ist das keine pauschale Lizenzvergabe wie bisher bei Musikrechten in der Zukunft vorherschen wird und jedes einzelne Dokument individuell auf die Rechtevergabe analysiert werden muss.
    Ob sich die Technologien als Segen oder Fluch herausstellen werden konnte noch nicht beurteilt werden. Sicherheitsbedenken wie bei der Nutzung de RFID-Technik schweben bei allen Zukunftsbetrachtungen mit. Am Ende des Workshop konnte zwar die Zukunft nicht wirklich vorausgesagt werden, aber es wurde festgestellt, das sich das Umfeld der Infomationswissenschaft verändert und sich somit die Informationswissenschaftler den Entwicklungen in ihrem Umfeld stellen müssen.

  12. Ulf Preuss Says:

    Session 5 – Information Literacy in Europe

    1. Supporting Information Literacy Learning: Implementation of the National Recommendation in the University of Helsinki

    Anne Kakkonen, Antti Virrankoski (Kumpula Science Library
    Faculty of Science, University of Helsinki)

    Die Rolle der Bibliotheken bei der Vermittlung von Informationskompetenz wurde von Anne Kakkonen und Antti Virrankoski thematisiert. Seit 2003 gibt es in Finnland seitens des Bildungsministeriums das Bestreben, die Bibliotheken aktiver in den Lehrprozess an Universitäten einzubinden. In einem Pilotprojekt an der Universität Helsinki wurde mit einem Tutorenprogramm für Studenten begonnen. Ziel war die Vermittlung von Informationskompetenz vor und nach der Findung der Themen von Abschlussarbeiten. Der Pilot war ein Erfolg und soll weitergeführt werden. Die umfangreiche Einbindung der Lehrenden in das Projekt und die Ausweitung der Projektes auf alle Fachbereiche der Universität wurden als Herausforderungen für die Zukunft ausgemacht.

    2. The need for information literacy skills among users of European Union information

    Ana Lúcia Terra (PhD student of Information Science at the University of Coimbra, Portugal)

    Die ständig steigende Informationsflut der EU in Verbindung mit dem zunehmenden Einfluss der Entscheidungen der EU für alle seine Bürger stellt eine neue Herausforderung dar. Ana Lúcia Terra stellte ein Studie über Informationskompetenz in Zusammenhang mit Informationsschwerpunkten der EU vor. In der Studie wurden 234 Nutzer von 55 Europäischen Dokumentationzentren EDC vorgestellt. Es wurde die Nutzung analoger und digitaler Informationsquellen untersucht. Einige der Gesichtspunkte der Untersuchungen waren die Vertrauenswürdigkeit und die Unabhängigkeit der Informationsquellen aus Sicht der Nutzer. Auch die Nutzer wurden u.a. hinsichtlich Alter und Bildung verglichen.

    3. Information literacy in Portugal: A perspective from European Higher Education Area

    Viviana Fernández-Marcial, Maria Manuela Azevedo Pinto und Leticia Silva (University of Corunna und University of Porto)

    Die Vorstellung des “Skills in Portugal (eLit.pt)“ Projektes stand im Vordergrund des dritten Vortrages. Unter dem Einfluss des Bologna Prozesses muss sich jedes Land der Europäischen Union anpassen, so auch Portugal. Im eLit.pt Projekt wurden gymnasiale Bildungseinrichtungen und Universitäten untersucht. Die Lernmethoden, -ressourcen und -muster wurden analysiert. Insbesondere die Verbesserung der Kompetenz der Informationsvermittlung wurde als einer der zentralen Problemstellungen erkannt. Die Ergebnisse der Studie sollen Portugal bei der Weiterentwicklung seiner höheren Bildungseinrichtungen helfen.

  13. Steffen Says:

    Tag 2 – Workshop

    Titel: Counting the traffic – with students as observers

    Leiter: Tord Høivik, Prof. für Statistik, e-Learning, digitale Bibliotheken an der Universität Oslo; Mitglied der IFLA – Bereich Statistik und Evaluation

    Die bekannten statistischen Größen um die Auslastung in Bibliotheken zu messen sind die Anzahl der ausgeliehenen Bücher und der registrierten Nutzer. Können das die einzigen Werte zum Nachweis der Nutzung sein?
    Hr. Høivik entwickelte ein Verfahren um auch diejenigen Benutzer zu erfassen, die eine Bibliothek nutzen ohne etwas zu entleihen oder die gar keinen Ausweis besitzen. Nicht nur der statistische Nachweis steht dabei im Vordergrund, sondern die wichtige Frage: Was macht der Benutzer, wenn er in der Bibliothek ist und welchen Ort wählt er dafür?
    Die zu untersuchende Bibliothek wird zu diesem Zweck in verschiedene Zonen eingeteilt, z.B. Eingangsbereich, Zeitschriftenbereich usw.. Anschließend wird festgelegt, welche Aktivitäten beim Nutzer beobachtet und gezählt werden sollen. Um eine Vergleichbarkeit mit anderen Bibliotheken zu erreichen hat Hr. Høivik eine Liste mit 15 standardisierten Aktivitäten, z.B. Kontakt mit dem Personal, sitzt allein, sitzt in einer Gruppe mit eigenem PC, entwickelt, die jedoch um die speziellen Bedürfnisse der ausführenden Bibliothek ergänzt werden können. Wichtig ist, dass Richtlinien für die Ausführenden an die Hand gegeben werden, damit konsistente Ergebnisse erzielt werden, beispielsweise der Hinweis: Wenn Sie eine Person zwei Mal treffen, nehmen Sie beide Ereignisse auf. (Sie zählen nicht die Personen, sondern deren Aktivitäten wenn Sie an ihnen vorbeilaufen.)
    Die Durchführung der Untersuchung kann entweder durch das Personal oder Studenten erfolgen. Durch eine Messung an ungleichen Tagen und Zeiten wird eine Verallgemeinerung auf die Gesamtheit der Nutzer möglich.
    Die Teilnehmer des Workshops wurden mit diesen Informationen in Gruppen geteilt und zu einem Probelauf in die Bibliothek der Universität geschickt. Es sollten Zonen festgelegt und Aktivitäten der Nutzer gezählt werden.
    Das Verfahren wurde bereits in 40 skandinavischen Bibliotheken durchgeführt, wird allerdings noch nicht international genutzt. Unter den Teilnehmern wurde die Frage aufgeworfen, welche Konsequenzen man mit den ermittelten Zahlen ziehen könnte und ob die testenden Bibliotheken bereits solche gezogen haben. Hr. Høivik antwortete darauf, dass bisher eine Bibliothek aufgrund der Studie reagiert habe. Jedoch allein aufgrund diesen Zahlen Entscheidungen zu treffen dürfte nicht das Ziel sein. Vielmehr sollen sie ergänzendes Hilfsmittel sein um Nutzerverhalten zu analysieren und dem Träger der Bibliothek zur Bewertung der Auslastung gegeben werden.

    Ausführliche Darstellung von Hrn. Høivik im Internet unter http://pliny.wordpress.com/events/porto-2009/.

  14. Katharina Koch und Laura Idzakowsky Says:

    Session 6 Diversity of information work
    Donnerstag den 29.01.2009

    1. Sarah Vogel, Deutschland –
    „Promises for lifelong learning”
    Sarah Vogel, eine Studentin aus Hamburg, sprach in ihrem Vortrag über ein von ihr mit entwickeltes Konzept. Dieses soll Schüler im Umgang mit Medien besser schulen. Dieses Konzept soll in Zusammenarbeit mit Bibliotheken durch geführt werden und wurde bereits in Hamburg getestet.
    Die Schüler werden darin unterrichtet, wie man Medien findet und danach sucht, wie man richtige und relevante Medien auswählt und sie auch bewertet. Dadurch soll ein besseres Lernverhalten forciert werden. Dabei werden aber auch auf beiden Seiten Vorteile erbracht. Die Bibliothek stärkt ihr Image und die Schüler werden trainiert und motiviert. Damit dieses Konzept höchstmögliche Erfolge erzielt, wurde ein 3 Phasenplan entwickelt. Dieser ist besonders Schüler der 8., 9. und 10. Klasse ausgerichtet.

    2.Laurits Thomas Rasmussen, Dänemark-
    „ The librarian 2.0 and the visual Information Professional“
    In diesem Vortrag wurde vor allem über die sich ändernde Rolle des Bibliothekars gesprochen. Herr Rasmussen beschrieb beispielsweise was den „Bibliothekar 2.0“ ausmacht und in welchen Räumen er sich aufhalten kann. So liegen seine Möglichkeiten heute im physikalischen, traditionellen Bereich, im digitalen Bereich wie z.B. über E-Mail Auskünfte und im virtuellen Bereich wie „Second Life“. Am Ende sprach er über die Vorzüge der einzelnen Sphären und es wurde der Nutzen der virtuellen Bibliothek diskutiert.

    3.Edwin- Michael Cortez und Monica Colon- Aguirre, Amerika – „ What librarians and Information Professionals can learn from Project and Knowledge Management“
    Die beiden Mitarbeiter der Bibliothek der Universität Tennessee sprachen über die wachsende Rolle der Fertigkeiten von Information Professionals. Dabei wurden die Skills von Projekt- und Kommunikationsmanagement gegenüber gestellt und mit der Informationsbranche verglichen. Desweiteren redeten sie darüber, welche Fähigkeiten und Qualifikationen neue Information Professionals brauchen und wie diese aussehen sollen.

  15. Gregor Franz Says:

    Tag 3, 30.01.2009 – Session 10 – Retrieving Information

    Session 10, 1. – Barbara Devilee: „Towards improvement of information literacy in the digital era through useful and meaningful educational programmes – If you can’t find it on Google, it does not exist?“

    Direkt nach der vormittäglichen Kaffeepause gab es im Auditorium der „Faculdade de Engenharia“ drei Vorträge zum Thema Retrieving Information. Den Anfang machte Barbara Devilee von der Hogeschool van Amsterdam aus den Niederlanden. Sie ging der Frage nach, wie sich die Informationskompetenz von Schülern und Studenten verbessern lässt. Zu viele von ihnen würden nach dem Motto verfahren: „Wenn es nicht bei Google zu finden ist, existiert es nicht.“

    Tatsächlich empfehlen wohl inzwischen 97 Prozent der niederländischen Sekundärstufenlehrer ihren Schülern das Internet zur Recherche. Allerdings gab Frau Devilee zu bedenken, dass den 20 Milliarden durch Suchmaschinen wie Google indexierten Seiten über 600 Milliarden im sogenannten Deep Web gegenüberstehen. So sind auch lediglich drei Prozent wissenschaftlicher Quellen über Suchmaschinen frei verfügbar.

    Generell würde zu wenig Zeit investiert, um Informationen auf ihre Qualität und Relevanz hin zu bewerten. Außerdem räumte sie mit dem „Mythos des Multitasking“ auf. Es liege in der Natur des Menschen, sich nur auf eine Sache voll konzentrieren zu können. Die fehlende Aufmerksamkeit der Handy-/Chat-Generation mache sich in sinkender Leistung bemerkbar.

    Die Essenz zum Schluss lautete, dass Studenten normalerweise lediglich intuitiv und ohne echte Suchstrategie suchen. Es sollte möglichst bereits ab der Sekundärstufe mehr Informationskompetenz gelehrt werden, um dieser Entwicklung entgegenzutreten.

  16. Gregor Franz Says:

    Session 10, 2. – Olívia Pestana: „Information retrieval in MEDLINE: Searching for literature about critical care“

    Den zweiten Vortrag hielt Olivia Pestana von der Universität Porto. Sie berichtete über ein Experiment, bei dem eine Gruppe Ärzte in der medizinischen Datenbank MEDLINE mehrere vorgebene Themen recherchierten. Dabei wurden sie von Informationsspezialisten beobachtet, die versuchten Schlüsse zur Verbesserung bei der Aus- und Weiterbildung sowie der Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit zu ziehen.

    So kam etwa heraus, dass die Probanden die Benutzung des Thesaurus in der Mehrzahl als schwierig einstuften oder das jüngere Ärzte sich mit der Technik etwas leichter taten. Die Studie ist allerdings keinesfalls als repräsentativ zu betrachten, da die beobachtete Gruppe gerade einmal aus ganzen zehn Ärzten bestand. Trotzdem wären die erarbeiteten Punkte wertvoll und vermutlich auch auf größere Personenkreise anwendbar.

  17. Gregor Franz Says:

    Session 10, 3. – Hannah Verhoeff, Anke Vellenga: „The Information Professional facing the impact of Search Technology. Transform everyone into an Information Professional?“

    Den Abschluss bildete der Beitrag von Hannah Verhoeff und Anke Vellenga von der Universität Utrecht, Niederlande. Sie widmeten sich dem Thema „Der Informationsprofi trifft auf die Auswirkungen der Suchtechnologie – Wird jetzt jeder zu einem Informationsprofi?“

    Offenbar ist es noch nicht soweit, denn die meisten Anwender empfinden einer Studie zufolge die Informationssuche immer noch als schwierig oder sehr schwierig. Zumindest betrifft dies den Unternehmensbereich, den der Vortrag vorrangig betrachtete.

    Einige Merkmale wurden aufgezählt, die vermutlich die Suchmechanismen von morgen verändern oder beeinflussen werden: So etwa automatische Empfehlungen, Übersetzungen, Vorschauansichten oder intelligente Navigationen.

    Am Beispiel der niederländischen Zeitung „Algemeen Dagblad“ wurde anschließend das Feld der Pressedokumentation betrachtet. Wie arbeiten die Suchprofis dort, welchen Herausforderungen müssen sie sich stellen? Das Fazit lautete, dass Aktualität Trumpf ist, ebenso wie die Entlastung der Redakteure bei aufwendigen Recherchen. Schon wenn sich neue Ereignisse ankündigen bzw. die Journalisten noch gar keine Anfrage gestellt haben, beginnen die Informationsprofis aktiv zu werden und suchen geeignete Quellen. Bei den Recherchen komme es natürlich besonders auf die Verlässlichkeit und hohe Qualität der Informationen an.

    Die Schlussfolgerungen für den Gesamtbeitrag lauteten, dass Tätigkeiten wie Indexierung, Kategorisierung und Klassifizierung in Zukunft wohl mehr und mehr durch Maschinen übernommen werden, die Entscheidung über Relevanz und Verlässlichkeit der Informationen allerdings immer noch von Menschen zu leisten sei. Nur sie könnten die Informationen analysieren, sowie Trends und Entwicklungen voraussehen.

  18. Hans-Christoph Hobohm Says:

    Schade: warum nicht die einzelnen Beiträge als Blogbeiträge? Da hätte man einzeln reagieren können und dem Blog als Ganzes hätte es mehr Visibilität gegeben.
    Ansonsten aber: tolle Initiative! Endlich etwas Bewegung am Fachbereich.

  19. BOBCATSSS 2009 - Ende « BibliothekarInnen sind uncool Says:

    […] und auch hier im Potsdambrain Weblog (roboico) Posted by Tupfe Filed in […]

  20. Jurjen Dontje Says:

    We visited the workshop: Is there Life after second life?

    It took around 1.5 hours but i must say…its been the greatest 1.5 hours of my entire life. Nothing compares to it. The movies they showed, the worlds and their speeches…a true eye opener. It felt like i have been sleeping all my life and they made me wake up…the first time my eyes actually saw something worth looking at and the first time my eares heared something that made sense.

    Unbelievable what these 4 individual have managed in 1.5 hour, imagine what they could do in a whole day…or a month…they could…rule the world!

    There is alot more to say about it but i have to stop. Just writing about it makes me all excited again. Thanks for this great memory, it is a sad thought that i will never see a workshop of those standards again.

    P.s. Too bad the quiz had two winners, we actually thought there would be 1 so we could drink the other wine bottle ourselves;)

  21. Gregor Franz Says:

    My apologies! But the wine was really tasty. 🙂

    BTW: I found the workshop very cool, indeed. Good idea to present it with a second video screen at the same time. One conclusion for me was, that „World of Warcraft“ looks much better than „Second Life“. 😉


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